16. Januar 1993, Erinnerung an die serbischen Massakeropfer aus Skelani.

Veröffentlicht: Januar 16, 2016 in Srebrenica: Skelani-Massaker am 16. Januar 1993, Uncategorized

Getrieben von der Suche nach dem Unfassbaren und der wachsenden Erkenntnis, wie massiv wir belogen werden, besuchte ich am 9. August 2011 in Skelani (Bosnien, bei Srebrenica) den Vater des kleinen Aleksandars Dimitrijević. Tomislav Dimitrijević verlor bei dem Massaker zwei seiner Söhne, Aleksandar (5) und Radisav (12).

Der im Juli 2013 verstorbene Journalist Zoran Jovanovic besaß umfangreiches Foto- und Filmmaterial über die getöteten serbischen Opfer, die er als Kriegsberichterstatter in der Gegend von Srebrenica VOR Juli 1995 fotografierte und die Alexander Dorin in seinem Buch veröffentlichte. Als ich erfasste, wie schwerwiegend die Desinformationen unserer Medien sind, wuchs in mir der Wunsch nach Bosnien zu reisen und mich mit Zoran Jovanovic zu treffen. Spontan bat ich ihn die Familie des kleinen Aleksandars treffen zu wollen, der tot auf der Titelseite des Buches abgebildet ist. Zoran telefonierte sofort und nachmittags saß ich in Skelani einem gebrochenen Mann gegenüber.

Es dauerte eine Weile, bis wir das Gespräch beginnen konnten. Während mit dem Lokalbesitzer verhandelte wurde, das Auto in der Waschanlage vom roten Staub zu reinigen – der durch die schlechten und trockenen Straßen bei Palez fast vollständig das Fahrzeug bedeckt hatte – saß mir Dimitrijevic unsicher gegenüber. Sein Blick schien in der Ferne nach irgendwas zu suchen.

Als wir alle zusammen saßen, legte ich das Buch auf den Tisch. Plötzlich erfasste Tomislav  eine völlige Ruhe, sein Wippen hörte auf und die Anspannung viel weg. Behutsam nahm er das Buch und zog es liebevoll zu sich. Er betrachtete seinen Sohn und war weit von uns entfernt und tief in einer anderen Welt versunken. Dann küsste er unter Tränen das Bild. Einen nicht enden wollenden Moment, den wir ihm schenkten, war er nicht ansprechbar und allein. Keiner der Anwesenden wagte es, ihn aus dieser Ebene herauszuholen. Es war bedrückend still. Mit gemischten Gefühlen, ob ich überhaupt etwas richtiges tue, begann ich unsicher das Gespräch.

Dann kehrte er zurück, blieb ruhig und begann gefasst mit fester Stimme von dem Massaker in Skelani zu erzählen, das eine Woche nach einem Überfall in Kravica verübt wurde. Kravica wurde am orthodoxen Weihnachtsfest überfallen und ist wie Skelani ein Beispiel für 192 überfallene serbische Dörfer. Von den Opfern dieser Überfälle, konnten 3.267 Serben identifiziert werden. Viele Menschen waren grausam, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt worden. Tausende Menschen wurden verletzt.

Am 16. Januar 1993 flüchtete Tomislavs Familie, seine Frau und seine drei Kinder, vor Naser Orics Killerbanden, die Jagd auf serbische Zivilisten machten. Der fünfjährige Aleksandar wurde von einer Kugel in den Kopf sofort getötet. Der zwölfjährige Radisav starb ein halbes Jahr später an den schweren Schussverletzungen. Der älteste Sohn überlebte. Bei diesem Massaker wurden 69 Menschen getötet und weitere schwer verletzt.

Bei einer Versammlung in Vlasenica (bei Srebrenica) hörten Ermittler des UN-Tribunals in Den Haag die Aussagen der Überlebenden an und nahmen umfangreiches Beweismaterial in Empfang. Pathologische Gutachten, Fotoaufnahmen und schriftliche Zeugenaussagen. Jedoch NICHTS davon wurde im Prozess gegen Naser Oric verwendet. Der bosnisch moslemische Bürgermeister von Srebrenica, Ibran Mustavic, der von Serben nach der Einnahme der Stadt gefangen genommen wurde (weil er unter Verdacht stand, an den Massenmorden beteiligt gewesen zu sein) berichtete in seinem Buch „Planirani Haos“ (geplantes Chaos) über die Verbrechen von Naser Oric und seinen Anhängern an Serben und an Moslems.

Dieser wichtige Zeuge wurde erst nach Den Haag eingeladen und kurzfristig wieder ausgeladen. Mustavic hat persönliche Aussagen von Naser Oric veröffentlicht, mit denen der Massenmörder seinen ersten Mord an einem serbischen Richter aus Srebrenica beschreibt. Naser Orić rühmte sich auch vor internationalen Journalisten wegen der Massaker an Serben und prahlte mit seinem Können vor John Pomfret und Bill Schiller von der Washington Post und vom Toronto Star, als er den Reportern stolz die Video-Aufnahmen enthaupteter Serben präsentierte.

Doch statt diesen bekennenden Massenmörder zu verurteilen, erlangte Naser Oric nach etwa zwei Jahren Haft in Scheveningen, während des WM-Fussball-Viertelfinalspiels „Deutschland-Argentinien“, einen Freispruch und konnte das Gebäude als freier Mann verlassen.

Am Ende des Gesprächs erklärte ich Tomislav, dass ich an den Vorgängen in Srebrenica nur privat interessiert sei und in keinem Auftrag nach Bosnien gekommen war. Deshalb bat ich ihn, sich keine Hoffnung zu machen. Daraufhin erwiderte er:

„Das haben mir die Ärzte auch gesagt, als mein Sohn im Sterben lag.

Aber ich habe gehofft bis zum Schluss.“

Als wir aufstanden, kramte Tomislav in seiner Tasche und wollte sein Getränk bezahlen….

  1. Januar 1993 – Massaker in Skelani

Text aus „Srebrenica, die Geschichte eines salonfähigen Rassismus“

„In den frühen Morgenstunden werden die Ortschaft Skelani und die umliegenden Dörfer angegriffen. Neben den Toten gibt es zahlreiche Schwerverletzte. Während der Offensive dringen die moslemischen Soldaten zum Fluss Drina vor und überschreiten die Grenze nach Serbien.

Dabei überfallen sie den serbischen Ort Bajina Bašta, was dazu führt, dass die Bewohner in heller Panik flüchten. Das war nicht der einzige Zwischenfall an der Grenze zu Serbien. Zwischen 1992 und 1995 ist es wiederholt vorgekommen, dass moslemische Einheiten von Bosnien aus Dörfer in Serbien beschossen haben – ein Delikt, für das sich kein moslemischer Kommandant jemals verantworten musste.

Das Gleiche gilt für Kroatien. Im März und April 1992 drangen Tausende kroatischer Soldaten nach Bosnien vor und verübten diverse Massaker, so z. B. am 26. März 1992 in Sijekovac (Bosanski Brod) und am 2. April 1992 in Gornji, Donji Malovan und Kupres. Auch später wahrend des Bosnienkrieges kämpfte die kroatische Armee ungehindert an der Seite der in Bosnien lebenden Kroaten. Wie die bosnischen Moslems so müssen sich auch die Kroaten nie für grenzüberschreitende militärische Aktivitäten verantworten – im Gegensatz zu diversen serbischen Führern, die angeklagt wurden, weil Freiwillige aus Serbien in serbischen Gebieten in Bosnien und Kroatien gekämpft haben. Wahrend der Verbrechen in Skelani und Umgebung starben folgende Personen:

Ilinka Blagojević (*1914)

Aleksandar Dimitrijević (*1987)

Dragan Dimitrijević (*1960)

Radisav Dimitrijević (*1984)

Aleksa Gligić (*1968)

Nebojša Ilić (*1969)

Mile Ivanović (*1952)

Predrag Ivanović (*1973)

Želimir Ivanović (*1968)

Milija Jakovljević (*1957)

Milenko Jakovljević (*1946)

Milojko Jakovljević (*1957)

Andja Janjić (*1927)

Simo Janjić (*1948)

Šćepo Janjić (*1966)

Milenija Janković (1963)

Radosava Kovaćević (1915)

Savo Maksimović (*1932)

Tadija Maksimović (*1934)

Milun Marković (*1970)

Vlado Mijatović (*1966)

Dušanka Milanović (*1920)

Ilija Milanović (*1922)

Marko Milanović (*1954)

Dragoje Milošević (*1960)

Milan Milovanović (*1967)

Milenko Milovanović (*1941)

54

Darinka Mitrović (*1922)

Mirko Mitrović (*1939)

Radinka Mitrović (*1946)

Radivoje Mitrović (*1942)

Rosa Nedjić (*1933)

Milenko Nikolić (*1940)

Radivoje Nikolić (*1952)

Andjelko Pavlović (*1914)

Žarko Pavlović (*1938)

Dragomir Rakić (*1940)

Dragomir Rakić (*1953)

Milomir Rakić

Mirko Rakić (*1925)

Novak Rakić (*1953)

Radiša Rakić (*1961)

Tadija Rakić (*1930)

Ivanka Ristić (*1950)

Mićo Ristić (*1977)

Milenko Ristić (*1930)

Mitra Ristić (*1974)

Novak Ristić (*1951)

Rado Ristić (*1920)

Vladislav Ristić (*1947)

Gordana Sekulić (*1966)

Radovan Simić (*1966)

Milenko Todorović (1928)

Petko Todorović (*1925)

Milorad Trifunović (*1958)

Vidosava Trifunović (*1915)

Bogdan Živanović (*1927)

Dobrina Živanović (*1958)

Filip Živanović (*1931)

Nikola Živanović (*1921)

Stojan Živanović (*1925)

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Gedenkstätte am Ortseingang in Skelani im Drinatal. Über 300 Namen sind auf denn Gedenktafeln eingraviert, von Menschen, die ab 1992 getötet wurden und deren Schicksale von einer internationalen Staatengemeinschaft Ignoriert und vertuscht werden.

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Tomislav Dimitrijević verlor bei dem Massaker zwei seiner Söhne, Aleksandar (5) und Radisav (12. Sein ältester Sohn überlebte leicht verletzt. Tomislavs Frau ist vor einigen Jahren vor Kummer gestorben.

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Aleksandar Dimitrijevic *1988

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Radisav Dimitrijevic *1984

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Der im Juli 2013 verstorbene Journalist Zoran Jovanovic (links) besaß umfangreiches Foto- und Filmmaterial über die getöteten serbischen Opfer, die er als Kriegsberichterstatter in der Gegend von Srebrenica VOR Juli 1995 fotografierte und die Alexander Dorin in seinem Buch veröffentlichte.

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9. August 2011 in Skelani (Bosnien, bei Srebrenica)

WAS GESCHAH WIRKLICH IN SREBRENICA?

http://tinyurl.com/Srebrenica-Luege-1

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